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Reisebericht

ISLAND IST VERGLEICHSWEISE KLEIN, HAT ABER SEHR VIEL ZU BIETEN. SPEKTAKULÄRE FJORDE UND KÜSTEN MIT FEINEM SCHWARZEM QUARZSAND, STEIL AUFRAGENDE BERGE, GLETSCHER UND GLETSCHERSEEN, HEISSE QUELLEN UND GEYSIRE, AKTIVE UND SCHLAFENDE VULKANE, TRAUMHAFTE LANDSCHAFTEN IM HOCHLAND, GROSSE SEEN MIT EINER REICHHALTIGEN VOGELWELT.


Island ist mit ca. 25 Millionen Jahren geologisch noch sehr jung und die Entstehung ist noch nicht abgeschlossen. Die Insel liegt zum Teil auf der Eurasischen und zum Teil auf der nordamerikanischen Platte. Der mittelatlantische Rücken geht mitten durch das Land und sorgt dafür, dass Island jedes Jahr um 1 bis 2 cm breiter wird. Es sind ständig Erdbeben und Vulkanaktivität auf der Insel (31 aktive Vulkane!). Als Tourist bekommt man aber von den durchschnittlich 45 Beben pro Tag nichts mit. Die meisten Ausbrüche spielen sich ohnehin von der Weltöffentlichkeit unbemerkt ab. Nicht jeder Vulkan legt schließlich gleich den Flugverkehr lahm.


Reisebericht Island


Deutschland ist etwa dreimal so groß wie Island. Island ist sehr dünn besiedelt und hat nur ca. 340.000 Einwohner, wobei ca. 60 % im Großraum der Hauptstadt Reykjavík wohnen, die nächstgrößere Stadt Akureyri hat nur ca. 18.000 Einwohner. Ansonsten gibt es viele versprengte Höfe, das Hochland ist quasi unbewohnbar. Es ist eine mit jedem Jahr stärker zunehmenden Zahl von Touristen zu beherbergen. So wurde in 2014 erstmals die Million erreicht, 2015 waren bereits mehr als 1.200.000 Besucher dort, in 2016 werden es deutlich über 1.400.000 sein. Dies will erst einmal verkraftet werden und bringt durchaus auch erhebliche Probleme für die Bevölkerung und die unberührte Natur mit sich.


Reisebericht Island


Weil die zunehmende internationale Vernetzung sich natürlich auch auf die Sprachgewohnheiten auswirkt, gibt es beispielsweise seit 1964 in Island ein eigenes Komitee, das für neue Begriffe rein isländische Ausdrücke findet. Es wird konsequent darauf geachtet, die Übernahme von Fremdwörtern so gering wie möglich zu halten. Neue Bezeichnungen werden in der Regel aus dem vorhandenen Wortschatz erschaffen. So entstand das Wort tölva (Computer) aus den Worten tala, „Zahl“, und völva, „Wahrsagerin, Seherin“. Ohnehin ist die isländische Sprache mit Wörtern wie Höfuðborgarsvæðið, Þingvellir, Skútustaðir oder Herðubreið nicht leicht zugänglich, das muss man sich erst einmal merken können. Wie gut, dass die Isländer in der Regel auch Englisch sprechen. Die Landschaft ist durch Vulkanismus, Eis und Wasserreichtum geprägt.


Reisebericht Island


Wir wissen nicht, wie Island war, als sich noch kaum jemand dorthin verirrte. Derzeit gibt es an den touristischen Höhepunkten, die interessanterweise auch entlang der Staatsstraße 1 sehr leicht erreichbar sind, einen erheblichen Menschenauflauf. Einsamkeit ist hier definitiv ein Fremdwort. Aber „zwischen“ diesen Zielen und abseits der ausgetretenen Pfade gibt es herrliche, weitgehend unberührte aber dennoch durch Wege erschlossene Landschaften. Wer Ruhe, Abgeschiedenheit und grandiose Erinnerungen sucht ist hier genau richtig. Island ist landschaftlich irgendwie ein verschnitt aus Norwegen, Schottland und Irland. Island hat einen extrem hohen Suchtfaktor.
Wir sehen uns wieder!
Bilder & Text Birgit & Jost Kühlborn